Interview mit Manfred Suttinger zu seinem Buch „Als ich Kennedy verpasste“

Lebensfreunde hat sich zum Interview mit Manfred Suttinger getroffen. Lest hier, was uns der Autor des Buchs „Als ich Kennedy verpasste“ verraten hat. Außerdem laden wir Euch herzlich zum nächsten Gern-Lese-Abend am 25.02.2021 ein!

Lebensfreunde: Was war der Anlass für Dich, dieses sehr persönliche und doch zeitgeschichtlich interessante Buch zu schreiben?

Manfred Suttinger: Eine alte Schulfreundin hatte ein Klassentreffen organisiert: „50 Jahre Einschulung“. Nach dem (anregenden und langen) Abend wurde mir klar, dass wir in einer außerordentlich interessanten Zeit groß geworden sind. In einer Phase zwischen Kriegsende und beginnendem Konsumterror, zwischen deutscher Verklemmtheit und amerikanischer Freizügigkeit. Und natürlich (in West-Berlin) auch  zwischen Ost und West. Und damit schon wieder am Rande eines neuen Krieges. Dann fing ich an mich genauer zu erinnern…

Lebensfreunde: …und hast das Buch geschrieben, das mich an längst vergessene Zeitphänomene erinnert: schlagende Lehrer, Lederhosen, heimliche Kinobesuche, die Sparsamkeit in vielen Elternhäusern. Es ist also nicht nur ein Buch über West-Berlin.

Manfred Suttinger: Nein. West-Berlin und Tempelhof, also der Bezirk, in dem ich aufwuchs, bilden nur die Kulisse für die Erinnerungen. Was ich erlebt habe, haben viele Menschen in meiner Generation (ich bin Jahrgang 1957) erlebt.

Lebensfreunde: Das Buch besteht aus drei Teilen. Im kurzen, mittleren Teil beschreibst Du in zwei Kapiteln das Leben Deiner Eltern. Also die Zeit vor Dir. Warum?

Manfred Suttinger: Weil ich finde, dass viele Eigentümlichkeiten, viele zunächst unerklärliche Sicht- und Verhaltensweisen nur durch ihre Biografie erklärt werden können. Sie haben im Krieg Verluste, Leid und Tod erlebt, Schuldgefühle entwickelt, die sich auf ihr restliches Leben und auf die Erziehung ausgewirkt haben. In Form von Marotten, Zwängen, Ängsten. Ich höre das von vielen Gleichaltrigen. Die Vergangenheit der Eltern war ein Tabu. Darüber wurde nicht geredet. Was mein Vater im Krieg getan und erlebt hat, erfuhr ich erst nach seinem Tod durch eine heimlich aufgeschriebene Autobiografie. Unsere Mutter redete allerdings sehr viel vom Krieg und die Schuld des deutschen Volkes. Beides hat mich geprägt. Darum war es mir wichtig, nicht nur das WIE zu beschreiben, sondern auch das WARUM.

Lebensfreunde: Danke Manfred, für Deine Zeit und die vielen spannenden Eindrücke zu Deinen Buch!

Wir laden Euch zum Gern-Lese-Abend am 25.02.2021 um 19:30 Uhr mit Manfred Suttinger ein.

Weitere Infos zum Event findet ihr hier: Gern-Lese-Abend mit Manfred Suttinger

Kostenlose Teilnahme unter google meet: Klick hier

Das Buch kann vorab direkt beim Autor bestellt werden. Seine E-Mailadresse lautet: alsichkennedyverpasste@berlin.de

Auf Wunsch signiert der Autor das Buch für Euch. Der Rechnungsbetrag ist dann Buchpreis + Verpackung + Porto = 17,90 €.

Alternativ kann das Buch auch im lokalen Buchhandel erworben werden: Verlag Theo Kastel, Berlin ISBN-Nr.: 978-3-9812651-6-3, 222 Seiten, 14,90€. Foto: Gundula Krause, RBB

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